cc2.tv
 
  Forenübersicht
  Anmelden
  Registrierung
  Mitgliederliste
  Teammitglieder
  Hilfe
  Suche
  FAQ
  Forenregeln
  Wie poste ich richtig?
  Impressum

cc2.tv-Fan-Club » CC2tv +CC2audio » Off-Topic » Warum war "früher alles besser"? (Technik) » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen   Warum war "früher alles besser"? (Technik)
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
MIG MIG ist männlich
Fördermitglied

images/avatars/avatar-711.jpg

Dabei seit: 17.06.2011
Beiträge: 1.068
Wohnort: Lützelbach

MIG ist offline Fügen Sie MIG in Ihre Kontaktliste ein
Warum war "früher alles besser"? (Technik) Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Vorab: Die Frage ist nicht ganz erst gemeint und bezieht sich ausschließlich auf die Technik. Bitte keine Polit-Diskussion anfangen, ich bin einfach in philosophier-Laune ^^

Da ich mich viel mit alter Hardware befasse ertappe auch ich mich gerne dabei zu sagen, dass "früher alles besser war". Beispielsweise hatte man es selbst in der Hand, ob man ein "Update" gemacht hat, oder nicht. Noch besser: Updates waren oftmals überhaupt nicht nötig und über die Notwendigkeit hat man immer noch selbst entscheiden können.

Der liebe Computer arbeitete nur dann, wenn er vom Anwender auch etwas zu tun bekommen hat. Heute blinkt die Aktivitäts-LED ja dauernd... und hinterlässt zumindest bei mir manchmal ein unangenehmes Gefühl..."Was treibt die Kiste?"

...

Aber auf der anderen Seite möchte ich nicht mehr "zurück". Wenn ich heute eine bestimmte Software haben will reicht eine kurze Suche im Netz und ich habe, was ich will. Und noch besser: Es existiert Software für alle möglichen Anwendungsfälle. Und trotz aller Unkenrufe möchte ich behaupten, dass das Ganze doch mittlerweile recht stabil läuft.


Fluch und Segen:
Man muss die Technik nicht mehr verstehen, um sie bedienen zu können.
01.02.2018 16:36 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-841.jpg

Dabei seit: 07.09.2011
Beiträge: 1.979
Wohnort: NRW

Joachim ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Hallo MIG, selbst wenn die Frage nicht ganz ernst gemeint ist, wir ticken da glaube ich in der Beziehung was Technik angeht, ziemlich ähnlich.

Natürlich war früher nicht alles besser, eher anders. Heute würde man sagen umständlich, kompliziert und langsam. Man musste sich schon intensiv mit Computern und Technik im allgemeinen beschäftigen, um Erfolgserlebnisse zu haben. Computer galten lange Zeit bis in die 1990er Jahre hinein als wahre Exoten, erst Recht, die Leute die sich damit befassten. Umso schöner war es wenn man Dinge zum Laufen bekam, das beflügelte für neue Projekte und es gab unglaublich viel zu entdecken. Der größte Unterschied zu heute war die allgemeine Aufbruchstimmung und Euphorie, Computer waren etwas ganz besonderes, was damals nicht jeder hatte und sich auch nicht jeder leisten konnte. Man war in der Regel mit sich und seinem kleinen Universum, denn Vernetzung oder gar Internet war noch ein Fremdwort, was kaum jemand kannte. Man war geduldig in jenen Zeiten und wartete mitunter wochenlang auf ein Programm oder Spiel, das man sich bestellt hatte, wenn es der Computerladen vielleicht nicht hatte. Um so größer die Freude, wenn man den erworbenen Schatz dann endlich in den Händen hielt. Die Uhren tickten eben noch anders, heute in Zeiten ständiger Verfügbarkeit und all der Ungeduld und Eile wäre das schlicht undenkbar. Damit ist eine Menge verloren gegangen seit jenen Tagen, Computer sind heute ein Allerweltsgegenstand wie jeder andere, (fast) jeder hat einen oder mehrere. Software ist in Massen verfügbar, zwar nicht zum Nulltarif wie wir wissen, aber dennoch sofort abrufbar. Es ist eben nichts besonderes mehr, auch bereitet es kaum Probleme, einen Computer zu nutzen, wenn man kein Fachwissen besitzt. Er ist zu einer alltäglichen Technik geworden, kinderleicht zu bedienen, wie eine Waschmaschine eben auch. Der ursprüngliche Charme und Nimbus des Besonderen aber sind wohl für immer verflogen und damit auch oft die Freude daran. Vielleicht war es ja diese kleine überschaubare heile Computerwelt, die den Reiz im Wesentlichen ausmachte, bevor das Internet alles viel größer aber auch viel schwieriger machte und in gewissem Sinne auch die Unschuld damit verloren ging.

Gruß,
Joachim Augenzwinkern

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 02.02.2018 16:10.

02.02.2018 15:47 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Mart Mart ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-870.jpg

Dabei seit: 06.04.2007
Beiträge: 1.027
Wohnort: Dönerstadt (Köln)

Mart ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Zitat:
Original von Joachimauch bereitet es kaum Probleme, einen Computer zu nutzen, wenn man kein Fachwissen besitzt. Er ist zu einer alltäglichen Technik geworden, kinderleicht zu bedienen, wie eine Waschmaschine eben auch.


Ganz so optimistisch sehe ich das nicht, ich kenne (mindestens) 4 Leute, die es regelmässig schaffen, wirklich jedes Windows-Laptop innerhalb weniger Monate komplett zu schrotten. Da läuft dann erstmal NICHTS mehr und ich muss - mal wieder - zu Hilfe eilen. Augenzwinkern
02.02.2018 16:39 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
ak180271
Mitglied

images/avatars/avatar-612.jpg

Dabei seit: 12.12.2009
Beiträge: 820

ak180271 ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

@mart

Nur ein Gedanke Kennst du die Frage die dann sicher von dir kommt „was hast du zuletzt gemacht“ und wie lautet die Antwort „Na nix“

Aber nun im ernst. Es ist wirtlich so das viele dinge schneller kaputt gehen. Ich weiß nicht ob es mir so vorkommt oder ob es Tatsache ist.
Wachmachienen nun es gab Zeiten die da hast du die einfach nicht kaputt bekommen wir hatten eine die lief 25 Jahre natürlich VEB Produktion heute musst du Glück haben das die 6 Jahre übersteht.
Repetieren weit gefehlt das zeug wird so gebaut das du es nicht mal aufgekommen. Auf das die berge wachsen.
Das teure zeug geht genau so schnell Kaputt die der Billig misst.
Warum müssen bestimmte teile aus Plaste sein. Ich habe vor kurzen ein Küchen Maschine zerlegt. Alle Plaste selbst das kleine Getriebe.
Warum nicht stabiler.
Wenn es schon repariert wird ist es teurer als ein neues.

Ne so macht Konsum keinen Spas. Es wird nur noch Schrot Produziert.

Und die Alten Namen werden jetzt auch noch verramscht. z.b Grundig Bosch und so weiter
Mit freundlichen Grüßen andreas
06.02.2018 15:47 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-841.jpg

Dabei seit: 07.09.2011
Beiträge: 1.979
Wohnort: NRW

Joachim ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Zitat:
Original von ak180271Aber nun im ernst. Es ist wirtlich so das viele dinge schneller kaputt gehen. Ich weiß nicht ob es mir so vorkommt oder ob es Tatsache ist.
Wachmachienen nun es gab Zeiten die da hast du die einfach nicht kaputt bekommen wir hatten eine die lief 25 Jahre natürlich VEB Produktion heute musst du Glück haben das die 6 Jahre übersteht.


Das kommt nicht nur Dir so vor, da ist schon was dran. Wir hatten einen Constructa Trockner, der fast 28 Jahre durchgehalten hat und nur weil ein passendes Ersatzteil für ein Heizelement nicht mehr aufzutreiben war, musste der in den Schrott. Er wäre also durchaus kostengünstig zu reparieren gewesen.

Zitat:
Repetieren weit gefehlt das zeug wird so gebaut das du es nicht mal aufgekommen. Auf das die berge wachsen.
Das teure zeug geht genau so schnell Kaputt die der Billig misst.

Warum müssen bestimmte teile aus Plaste sein. Ich habe vor kurzen ein Küchen Maschine zerlegt. Alle Plaste selbst das kleine Getriebe.
Warum nicht stabiler.


Dahinter steckt Methode, wenn alles ewig halten würde oder leicht zu reparieren wäre, könnten die ja nichts mehr verkaufen. So funktioniert Konsum eben im Endstadium eines Systems wo die Märkte vielfach gesättigt sind. Dadurch muss ständig neuer Kaufanreiz gechaffen und billiger produziert werden, das führt zwangläufig zu weniger Lebensdauer und weniger bis keiner Nachhaltigkeit. - Ein resourcenfressendes raubbauendes Prinzip, das uns irgendwann wohl um die Ohren fliegt denn die Rohstoffe halten ja nicht ewig. So gesehen waren abgesehen von wenigen Ausnahmen wie im KFZ bereich z. B. viele Dinge noch vor 30 Jahren wertiger verarbeitet und wesentlich haltbarer.

Zitat:
Und die Alten Namen werden jetzt auch noch verramscht. z.b Grundig Bosch und so weiter


Unter diesen Labels produzieren z. T. namhafte Hersteller aus Fernost.

Gruß,
joachim Augenzwinkern

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 16.02.2018 16:59.

16.02.2018 16:51 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
d.-debilo d.-debilo ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-848.jpg

Dabei seit: 10.04.2010
Beiträge: 1.302
Wohnort: Haiger Flammersbach

d.-debilo ist offline
Bei allem Verständnis... Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

...für die Verärgerung über kaputt gehende Geräte, Autos und sonstige Produkte. Es ist blanker Unsinn, die Optimierung von Produkten nach Preis, Transportierbarkeit, Handling und Grundstoffversorgung und einer durch Defekte und Verschleiß begrenzten Nutzungsdauer als Problem darzustellen, das nur zum Nachteil des Verbrauchers erfunden wurde. Die von Euch geforderten Parameter umzusetzen würde lediglich bedeuten, dass die meisten elektronischen Geräte, Autos und so weiter zwar länegr halten würden, aber einfach unerschwinglich wären und man nicht mal ein einziges Gerät zu Hause hätte, geschweige denn eines, das lange hält. Dazu wären die meisten Menschen, die heute in der Produktion dieser Geräte (oder der Maschinen, die Geräte herstellen) tätig sind garantiert arbeitslos und würden vermutlich am Hungertuch nagen, weil auch die Sozialsysteme ebenfalls nicht mehr funktionieren würden. Die Geräte gehen nicht mutwillig schnell kaputt, sondern es wird versucht, mit möglichst wenig Einsatz von Material und Aufwand und Gewicht sowie Endkontrollaufwand ein möglichst lange gut funktionierendes Gerät zu produzieren und damit auch noch genug Geld zu verdienen, dass auch die Geldgeber für die Produktionsmaschinen und die Vorausleistungen für Entwicklung, Ingenieure und Verwaltung bezahlt werden können und einen vernünftigen Zins auf ihre gegebenen Kredite erwirtschaftet werden können. Das zusammen ergibt nicht die ideale Produktion auf extreme Langlebigkeit und jahrhundertelanger Ersatzteilversorgung (man stelle sich einmal vor,für jedes der in den letzten 70 Jahren hergestellten Geräte würde jedes Ersatzteil in ausreichender Menge dauerhaft auf Lager gehalten werden müssen, alleine diese Kosten wären unmöglich aufzubringen...), aber eine ausreichend lange Nutzungsdauer und einen dauerhaft funktionierenden Wirtschaftskreislauf. Aber Ihr habt Recht: Auch das kann und muss immer weiter optimiert werden. Cradle to Cradle (https://www.zukunftsinstitut.de/menschen...hael-braungart/) ist solch eine inzwischen sogar von Philips eingesetzte fortschrittliche Produktionsmöglichkeit, bei der versucht wird, den verbleibenden Restmüll nach Ende der Nutzungsdauer eines Gerätes auf ein Minimum zu reduzieren. Andere Modelle gehen davon aus, dass Geräte nicht mehr gekauft und vom Endkunden entsorgt werden, sondern lediglich geliehen werden und nach Nutzung an den Hersteller zurück gehen und dort weitestgehend recycelt werden. Aber auch gerade bei Kunststoffteilen ergeben sich aus dem 3D Druck neue Möglichkeiten für dauerhaftere Ersatzteilversorgung.

Die uralte, bis zu 100 Jahren haltbare Waschmaschine und bis zu 80 kg Eigengewicht hat übrigens zudem den Nachteil, dass der Verbrauch an Energie und Wasser im Verhältnis erheblich teurer und umweltschädlicher (selbst unter Berücksichtgung der erneut produzierten Ersatzwaschmaschine) bei gleicher Waschleistung ist. Dazu war sie um etliche Euros teurer. Es gibt zwar vielleicht noch Ersatzteile, aber die sind so teuer, dass eine Reparatur (Teile, Anfahrt, Arbeitszeit des Monteurs) für ein so altes Gerät in der Regel als nicht rentabel abgelehnt wird.

Nicht alles was lange hält und alt ist ist auch wirklich umfassend und unter allen Gesichtspunkten gut.
16.02.2018 23:55 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Mart Mart ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-870.jpg

Dabei seit: 06.04.2007
Beiträge: 1.027
Wohnort: Dönerstadt (Köln)

Mart ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Na ja.
Ob ein kleines Metallrädchen anstatt eines Plastikrädchens im Mixer oder ein 7 Cent teurerer Elko in einem TV diese Produkte jetzt "unerschwinglich" machen würden ... ich weiß ja nicht. Zunge raus

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Mart: 17.02.2018 03:44.

17.02.2018 03:43 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-841.jpg

Dabei seit: 07.09.2011
Beiträge: 1.979
Wohnort: NRW

Joachim ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Hallo Mart, etwas teurere Ingredienzen würden den Kohl wirklich nicht fett machen, da hast du Recht. Das Gerät würde dann in der Anschaffung marginal mehr kosten und die Meisten würden das gern bezahlen, wenn dadurch die Haltbarkeit etwas erhöht würde. Aber das scheint man aus Absatzgründen nicht zu wollen. Der vielfach angeführte Kostendruck scheint mir da eher vorgeschoben.

Die Frage ob die Industrie von vornherein Sollbruchstellen in Produkte einbaut ist schwierig zu beantworten. Eigentlich brauchen sie das gar nicht, es reicht ja schon, wie in einem Fernsehbeitrag zu sehen war, wo es z. B. um Autoersatzteile ging, diese mit minderwertigeren Materialien herzustellen, um die Lebensdauer u. U. drastisch zu verkürzen. Insofern dann doch so etwas ähnliches wie eine Sollbruchstelle oder müsste man das anders nennen?- Wie dem auch sei, wie d.-debilo schon richtig anmerkte, Lagerhaltung ist teuer und das kann oder will sich heute kaum jemand mehr leisten. Die Reparatur von Dingen wird also immer mehr erschwert und verteuert oder konstruktionsbedingt sogar völlig unmöglich gemacht. Beispiele gibts genügend, angefangen von verschweissten LEDS in Autoscheinwerfern bishin zu Waschmaschinentrommeln, wo das Lager fest mit der Trommel vergossen wurde. - Man soll eben bei einem Defekt das Gerät möglichst wegwerfen und neu kaufen, das scheint immer mehr die Maxime und ist m. E. systembedingt. EinNeukauf kommt in der Regel billiger als eine Reparatur, so sie denn möglich ist und die Schrottberge wachsen weiter unaufhörlich. - Von Nachhaltigkeit kann man da trotz eines gewissen Prozentsatzes an Recycling z. T. unter erbärmlichen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen z. B. in Dritte Welt Ländern, wirklich nicht sprechen. Dazu ist das heutige Wirtschaftssystem, das vom massenhaften und permanenten Absatz von Produkten lebt einfach nicht in der Lage.

Gruß,
joachim Augenzwinkern

Dieser Beitrag wurde 6 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 17.02.2018 11:30.

17.02.2018 10:57 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Uli Bellgardt Uli Bellgardt ist männlich
Mitglied

Dabei seit: 01.01.2014
Beiträge: 25
Wohnort: Willich

Uli Bellgardt ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Schon die Formulierung des Titels als Frage "Warum war früher alles besser" impliziert ja schon, dass früher eben alles besser war. Aber war es das denn wirklich? Ich glaube nicht, oder jedenfalls nicht bedingungslos.

Vor allem war früher alles teurer. Ich möchte zum Beispiel nur Fernseher anführen: Als ich klein war, kostete ein S/W-Fernseher mehr, als mein Vater im Monat verdiente. Dann kamen die ersten Farbfernseher, und die waren sogar viel teurer, als mein Vater zu der Zeit monatlich verdiente. Darin waren noch viele diskrete Bauteile, was die Geräte zugleich anfällig und reparabel machte, und sie wurden so oft repariert, bis es wirklich nicht mehr ging oder es völlig unwirtschaftlich geworden wäre. Heute gibt es Fernseher für 200 Euro im Aldi.

Wenn in Zeiten von "Geiz ist geil" so produziert wird (werden muss), dass es möglichst billig wird, wird eben in allen Teilen gespart, und bei einem Bauteil wird ein klein wenig zu viel gespart, das ist dann für den Totalausfall verantwortlich.

Das ist aber nicht überall so. Manchmal hat man die Auswahl: Technische Geräte für den professionellen Einsatz sind oft aufwändiger hergestellt als die Teile für Privatkunden, etwa mit besseren Materialien und engeren Toleranzen, so dass sie schlicht besser und auch haltbarer sind. Das macht sich auch im Preis bemerkbar. Waschmaschinen für gewerbliche Wäschereien oder Nähmaschinen für die Modebranche sind so Beispiele: sauteuer, aber "ewig" haltbar. Ein einzelner Schraubenschlüssel von Gedore, ein Seitenschneider von Belzer oder eine blaue Bosch-Säge sind auch viel teurer als entsprechender Billigkram aus dem 1-Euro-Laden. Doch die Leute, die darauf angewiesen sind, z.B. Handwerker, können sich Billigkram einfach nicht leisten und sind deshalb bereit, für vernünftiges Werkzeug gutes Geld zu bezahlen.

Ein anderes, ähnliches Beispiel: ich brauchte vor einiger Zeit eine neue Festplatte für meinen Rechner. Da gibt es ja bei gleicher Größe ganz unterschiedliche und auch unterschiedlich teure Geräte: besonders schnell, besonders leise, besonders haltbar bei Dauerbetrieb, oder auch so gebaut, dass sie häufiges An-und Ausschalten gut "abkönnen". Wer da schlicht die billigste nimmt, kann Glück oder auch Pech haben, doch wer seine Prioritäten kennt, findet genau das, was er braucht (und zahlt dafür).

Überhaupt Rechner: Seit Anfang der Achtziger habe ich beruflich viel damit zu tun. TOPS-10, RT-11, RSX, NOS/BE, DOS, VMS, Windows (3.1, 3.10, 95, NT, 2000, XP, 7,10), OS X, MacOS, Linux: Hier wird für mich jedenfalls am stärksten deutlich, dass früher keineswegs alles besser war. Es gibt zwar immer noch Raum für Verbesserungen, und daran wird ja auch gearbeitet, doch bin ich wirklich der Meinung: so gut wie heute war es gerade in Sachen Betriebssysteme oder generell IT noch nie. Und eigentlich gilt das auch noch für ziemlich viele andere Bereiche.
18.02.2018 13:55 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
alpha
Mitglied

images/avatars/avatar-745.png

Dabei seit: 10.01.2009
Beiträge: 2.460

alpha ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Das früher alles besser war bezweifle ich gewaltig. Die Probleme in der Gegenwart sind nur gegenwärtiger als die in der Vergangenheit. Augenzwinkern
19.02.2018 01:52 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Radiomicky Radiomicky ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-166.jpg

Dabei seit: 25.07.2007
Beiträge: 1.748
Wohnort: Göttingen

Radiomicky ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Früher gab es kein BIO, - da war alles BIO!
Wo gibt es heute einen BIO-PC?! Augenzwinkern
19.02.2018 08:44 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Mart Mart ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-870.jpg

Dabei seit: 06.04.2007
Beiträge: 1.027
Wohnort: Dönerstadt (Köln)

Mart ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Gutes Bio dann aber eher VOR Tschernobyl! großes Grinsen
19.02.2018 09:19 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
manalishi
Moderator

images/avatars/avatar-777.jpg

Dabei seit: 30.03.2007
Beiträge: 964
Wohnort: Neinkeije

manalishi ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Früher war nicht alles besser, aber einiges gut:

Das Wurstbrot.
19.02.2018 09:36 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Joachim Joachim ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-841.jpg

Dabei seit: 07.09.2011
Beiträge: 1.979
Wohnort: NRW

Joachim ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Produkte der Unterhaltungselektronik oder Hausgerätetechnik sind zweifellos billiger besser und auch für den Normalverdiener erschwinglich geworden, aber wie siehts denn in anderen Bereichen aus?

Im Lebensmittelbereich z.B. kennt die Preiskurve eigentlich nur einen Weg, nach oben. Obs der Bäcker ist, der seine Brötchen gar nicht mehr selbst backt und Industrie Teiglinge aufwärmt, die wie Pappe schmecken und seine "Goldstücke" trotzdem fast in Selbiges aufwiegt oder der Schlachter bei dem der KG Preis für Mett so langsam ins Astronomische geht und mehr Fett und Schlachtabfälle wie alles andere drin verwurstelt ist, die Qualität stimmt vielfach einfach nicht mehr.

Dann die Nahrungsmittelindustrie, die uns z. B. neben Klebeschinken, Analogkäse mit Farbstoff ohne Käse, Fruchtjoghurt mit Holzstückchen aber ohne Frucht und lauter künstliches Zeug mit Aroma, Verdickungsmittel oder Gelatine verkauft und mit Stickstoff aufschäumt, um das Produkt künstlich auf das doppelte oder dreifache Volumen zu strecken und uns damit auf Dauer nicht nur ärmer sondern auch krank macht. Oder Erdnussflips die nur aus billigem Mais bestehen und ausser künstlichem Erdnussaroma keine einzige Erdnuss verarbeitet wurde. Nichtzuletzt die Mogelpackungen wie z. B. aufgeblasene Chipstüten in denen ausser dem beworbenen Inhalt hauptsächlich viel Luft drin ist und fast schon Standart geworden sind. Oder Schokoladentafeln die äusserlich zwar gleich gross aber immer dünner werden und fast nur noch Zucker enthalten. - Nein, es ist einiges im Argen, jeder weiß das, der mit offenen Augen durch die Welt geht, es ist heute zwar einiges besser als früher, aber eben beileibe nicht alles. Allgemein kann man ein Absinken der Qualität sowohl im Food- als auch im Nonfood Bereich beoabachten.

Was Kraftfahrzeuge betrifft, die sind heute zwar erheblich besser und zuverlässiger als früher, aber wohl kaum billiger in der Anschaffung geworden. Hier muss man für ein aktuelles Fahrzeug in der Mittelklasse u. U. immer noch mehrere Monats- bzw. Jahreseinkommen hinblättern. Ganz zu Schweigen von den horrenden Kosten für Reparaturen oder sonstiges.

Gruß,
Joachim Augenzwinkern

Dieser Beitrag wurde 9 mal editiert, zum letzten Mal von Joachim: 19.02.2018 11:00.

19.02.2018 10:17 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Mart Mart ist männlich
Mitglied

images/avatars/avatar-870.jpg

Dabei seit: 06.04.2007
Beiträge: 1.027
Wohnort: Dönerstadt (Köln)

Mart ist offline
Beitrag: beantworten | zitieren | editieren | melden       | Top

Palmöl fällt mir da gerade ein, das finde ich auch furchtbar, wo die das überall rein hauen mittlerweile.
Auch namhafte Hersteller wie Bahlsen, DeBeuckelaer und Milka. Muss man nur mal auf die Verpackungen hinten schauen, fast überall ist dieser billige Ersatzstoff mittlerweile drin, sogar in meinen geliebten Dänischen Butterkeksen. Warum heißen die eigentlich dann nicht Palmfett-Kekse? Klar, weil es unter der (wahren) Bezeichnung kein Mensch kaufen würde. Augen rollen
Oder z.B. bei Nutella wurde erst neulich der Anteil an Milchzucker kräftig erhöht und der Kakaoanteil dafür gesenkt, bei gleichem Preis natürlich.
Die Firmenbosse gönnen sich immer und immer höheren Gewinn bei stetig fallender Produktqualität und sinkenden Lohnkosten bzw. Personalabbau. Schön ist das echt nicht mehr und Spaß macht Naschen mir auch schon lange nicht mehr.
19.02.2018 14:21 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
 
Antwort erstellen
cc2.tv-Fan-Club » CC2tv +CC2audio » Off-Topic » Warum war "früher alles besser"? (Technik)

Impressum - Datenschutzerklärung

Forensoftware: Burning Board, entwickelt von WoltLab GmbH